Reise in die Normandie

Frankreich stand immer ganz oben auf meiner Reisewunschliste, wurde aber immer durch eine Fernreise verdrängt.

„… wenn wir alt sind, erkunden wir Europa…“, sagten wir uns und plötzlich sind wir alt. Ein etwas unsanfter Plumps in die Wirklichkeit!

Die Zukunft wird in der eigenen Vorstellungskraft merklich kürzer, aber damit leben wir, leben bewusster mit den Einschlägen im Freundes- und Bekanntenkreis und verplempern weniger Zeit. Wenn der Alltag nicht bewusst und abwechslungsreich gestaltet wird, fließt die Zeit einfach weg. Jeden Tag etwas machen, einen fremden Gedanken zulassen, mit anderen Leuten reden, diese neuen Erfahrungen dehnen die Zeit. Eine Art Lebensverlängerung, zumindest eine gefühlte.

Nun also in Europa, in der Normandie, unterwegs.

Der VOLVO, inzwischen 27 Jahre alt, wird mit Fahrrädern und Gepäck beladen und die Reise kann beginnen.

Wir sind nicht die grossen Autofahrer und müssen uns nichts beweisen, deshalb übernachten wir auf halber Strecke in Venlo. Dieses Bed&Breakfast hatte ich vorgebucht, alle anderen buchen wir von unterwegs über Booking.com, da wir mit diesem Anbieter gute Erfahrungen bei anderen Reisen gemacht haben. Drei Dinge sind bei einer Buchung für uns wichtig:

Parkplatz, kostenlose Stornierung und Frühstück.

Gleich die erste Unterkunft ist ein Glückstreffer!

Liebevolle Einrichtung und sehr netter Empfang mit Cappuccino.

Das Ehepaar hat ein ehemaliges Hundeheim zu einem B&B umgebaut. Eine Wahnsinnsarbeit, den Erzählungen des sympathischen Ehepaares nach zu urteilen. Am frühen Abend wandern wir durch den kleinen Ort Baarlo an der Maas, erfreuen uns an den fantastischen Vorgärten und trinken zum Abendessen belgisches Bier.

Am nächsten Tag geht’s weiter nach Rouen.

Die Geschwindigkeit auf den Autobahnen ist auf max. 120km/h begrenzt, was ein flüssiges Fahren garantiert. Keiner „hockt“ auf der Heckscheibe und drängelt.

Vor jeder Autofahrt steht die Frage, was nehmen wir für CDs mit? Es sind nie die richtigen, da unser Musikgeschmack unterschiedlich ist. Ich brauche eigentlich gar keine Unterhaltung durch das Radio/Musik, da ich mich während der Fahrten meinen Gedanken/Fantasien überlasse und mich gern über alles mögliche unterhalte. Unsere Welt ist in Ordnung, manchmal erscheint sie leer, was aber eher subjektiv ist, weil wir sie sehr viel besser kennen als vor 40 Jahren. Das Leben einfach nur schön zu finden, fällt schwerer als früher. Natürlich langweilen wir uns ab und an miteinander, lachen aber immer noch über die Späße des anderen. Wir wünschen uns, das vieles bleibt wie es ist, nur- war das schon alles?

Die Sonne scheint und im Auto ist es warm. Eine Klimaanlage wäre nicht schlecht, gibt es aber nicht. Also Fenster auf, Lärmpegel steigt und Unterhaltung wird auf ein Minimum reduziert.

Inzwischen in Frankreich, schlägt das Wetter um, der angekündigte Regen setzt ein.

Plötzlich die Info von Michael, dass die gesamte Elektrik ausgefallen ist. Was heisst das?

Es heisst, das der Keilriemen oder die Lichtmaschine kaputt sind. Nun nur nicht den Motor ausgehen lassen, denn ein Neustart funktioniert nicht. Noch 45 km bis Rouen! Ich suche nach der nächsten Werkstatt, werde fündig und- geschlossen!

Wir fragen, d.h., versuchen uns bei drei Passanten, die zufällig auf der Strasse stehen, verständlich zu machen. Schwierig! Kurzerhand führt uns einer der drei zur nächsten Werkstatt, wo man uns die Kohlebürsten in der Lichtmaschine auswechselt.

Glück gehabt! Ein Handkuss für den Fahrer, der erwidert wird.

R O U E N

Ankunft in Rouen bei strömendem Regen, was uns nicht daran hindert, die Innenstadt kurz zu besichtigen. Die Cathédrale Notre-Dame, grösste Kathedrale Frankreichs, beeindruckt auch bei Regen. Der Wir starten am nächsten Morgen nach einem sehr gutem Frühstück zu unserer ausführlichen Stadtbesichtigung bei leichtem Regen. Die Kathedrale und die anderen Kirchen werden von innen besichtigt, auf den Uhrturm geklettert, über den Wochenmarkt geschlendert und den Gelbwesten bei der Demonstration zugeschaut. In einem Strassencafé essen wir Galettes und trinken das erste Mal Cidre. Ein köstliches Mahl!

Inzwischen scheint die Sonne und wir trennen uns für eine Stunde. Ich möchte durch die Gassen schlendern, Geschäfte anschauen, mich am Strassenpublikum erfreuen und Michael möchte unbedingt die Brücke fotografieren. Am Ende des Tages sind wir 14,8 km gelaufen- Klasse!

G I V E R N Y

Nach einer Stunde Fahrt erreichen wir Giverny und begeben uns auf die Spuren von Claude Monet. Wir haben beide das Bild vom Seerosenteich vor Augen, das wir im Original in der MoMa New York sahen.

Die Idee, heute hierher zu kommen, hatten sehr viele Leute und es heisst: anstehen!

Dann Spaziergang durch den Garten, der üppig blüht. Es ist Mai und die Frühblüher, und hier auch schon vereinzelt Rosen, blühen extrem farbenfroh und leuchtend. Die Seerosen sind noch nicht erblüht, was den Eindruck nicht mindert. Im Hause von Monet, das er 1883 mietete und das sehr gut erhalten ist und gepflegt wird, kann man viele Bilder anschauen und sein Mobilar bewundern.

Es ging ihm gut.

M O N T – S T – M I C H E L

Am frühen Nachmittag fahren wir weiter nach Beauvoir in ein sehr schönes B&B. Vom Fenster kann ich ganz weit hinten den Mont-St-Michel (MSM) sehen. Die Wirtin gibt uns einen Tipp, wo man im Ort gut essen kann und im Anschluss daran radeln wir zum MSM. Beeindruckendes Bauwerk! Ein ehemaliges Kloster, wo heute der historische Teil besichtigt werden kann. Es gibt ein Hotel, viel Gastronomie und viele Geschäfte.

Wir radeln im Dämmerlicht zurück und sind vom Licht der Normandie begeistert. Es ist besonders und besonders schön und ich kann gut nachfühlen, das viele Impressionisten ihre Staffeleien in der freien Natur aufgestellt haben.

Am nächsten Tag besichtigen wir ausführlich den historischen Teil des MSM, wandern um das Kloster herum und radeln gemütlich zurück. Im Ort gibt es ein Geschäft mit Spezialitäten aus der Normandie und wir beschließen, heute selbstversorgt zu essen mit Blick auf das Kloster und die herrliche Natur.

C Ô T E d’N A C R E

Die nächsten zwei Tage widmen wir dem 75. Jahrestag der Landung der Alliierten in Frankreich.

Wir fahren die Küste entlang, machen Station in dem Ort, wo die ersten Soldaten am Morgen des 6. Junis 1944, bekannt als „Operation Overlord“ an Land gingen. Die Truppen landeten an den Küsten Utah und Omaha. Schon auf dem Weg dahin und auch auf der ganzen Strecke sind an Lichtmasten Fotos von gefallenen und vermissten Soldaten angebracht. Das ist beeindruckend und der Gedanke macht mich demütig, dass diese Soldaten wussten, dass sie ihr Leben riskieren. Überall findet man Hinweise auf die geplanten Feierlichkeiten.

In St-Laurent-sur-Mer besichtigen wir den Soldatenfriedhof und sind sehr ergriffen.

Unsere Unterkunft an diesem Abend liegt versteckt an der Steilküste. Wir haben etwas Mühe, sie zu finden, werden dafür sehr herzlich empfangen.

Die Gegend, durch die wir nun fahren, ist eher bescheiden, sehr grün, keine „Luxusausschläge“, kleine Autos auf den Strassen, kleine Geschäfte. Auffallend sind die vielen Kirchen. Man kann sagen, jedes Dorf hat seine eigene Kirche!

Am Abend wollen wir eine Strandwanderung machen, aber der Zugang zum Strand führt über morsche Holzstufen und wir verzichten darauf.

Am nächsten Tag besichtigen wir Bayeux mit seiner schönen Kathedrale und essen das erste Mal Muscheln. Die Sonne brennt heiss vom Himmel und lässt ahnen, wie der Sommer wird.

Zurück in der Unterkunft breiten wir unsere kulinarischen Schätze, die wir unterwegs kauften, auf dem Gartentisch aus und geniessen die Abendluft.

C R I C Q U E B ΠU F

Nunmehr sind wir an der Blumenküste -Côte Fleurie- unterwegs.

Wir fahren weiter durch die Orte entlang der Küste, halten an, wo es uns gefällt, trinken Kaffee, essen Croissants oder Crepes mit Karamellcreme. Es ist Vorsaison, wenige sind Leute unterwegs, die Strände leer. Der Himmel ist bedeckt, aber warme Luft umfängt uns.

Diese Orte sind bescheiden und erinnern Michael an das Warnemünde aus den 60iger Jahren, ein gewisser morbider Charme ist überall zu spüren, da die Häuser teils in ihrem ursprünglichen Zustand belassen werden. Unterwegs sieht man weidende Kühe, blühende Rapsfelder und Obstbäume.

Die neue Unterkunft ist sehr schön.

Ein renoviertes Haus mit individuell gestalteten Zimmern. Wir bekommen das grosse mit Balkon, den wir aber nicht nutzen können. Das Wetter hat sich verschlechtert, inzwischen ist es regnerisch und sehr windig. Das Frühstück ist hervorragend! Selbstgekochte Aprikosenmarmelade, Baguettes, Croissants und Crepes mit Karamellsauce. Herrlich!

Leider bricht sich die Wirtin die Hand und mit den Crepes ist es vorbei. Aber sie gibt uns sehr gute Hinweise, was man in der Gegend alles besichtigen kann. Allein hätten wir das nie gefunden. U.a. weist sie auf einen grossen Trödelmarkt hin, der mir sehr gut gefällt.

Wir besuchen die beiden Orte Trouville und Deauville, die etwas moderner und auch teuer sind.

In Trouville laufen wir die grosse Runde über Fischmarkt, schlürfen frische Austern, dann über die Promenade durch die Gassen zurück. Ein schöner Ort! Der mondäne „Schwester-Ort“ ist Deauville. Luxusort pur! Am Casino wird ein Film gedreht, Statisten werden gesucht, ich melde mich! Leider werden Frauen mit Charakter gesucht 😉

Nun steht der dritte Ort auf dem Plan, Honfleur, eine der reizvollsten Hafenstädte der Normandie, gern von den Gästen der Luxusliner als Ausflugsziel gewählt. Wir buchen eine Schiffsfahrt und fahren zur Normandie-Brücke. Doch regnet es und die Sicht ist schlecht. Die Stadt ist voller Menschen. Wir leihen uns einen Audio-Guide und erkunden so den Ort. Die älteste Holzkirche Frankreichs findet man hier. Viele kleine Gassen mit den verschiedensten, kleinen Geschäften erfreuen das Auge.

Schon am zweiten Tag in dieser schönen Unterkunft habe ich „Insektenstiche“ bemerkt, sie aber den Mücken zugeordnet. Komischerweise habe ich nicht eine Mücke gesehen oder Summen gehört. Am Abfahrtstag bin ich völlig zerstochen. Als ich die nette Herbergsfrau daraufhin anspreche, wird sie nervös, beharrt aber darauf, dass das Moskitos sind!

Zum Abschied schenkt sie mir eine Flasche Rotwein. Hä? Die Gastgeberin beschenkt den Gast?

Im Laufe des Vormittags werden die Stiche grösser und röter, so dass ich in eine Apotheke gehe.

Das Ergebnis ist nicht lustig: Bettwanzen!

Michael wurde nicht einmal gestochen!

C Ô T E d‘ A L B Â T R E

Wir fahren weiter über die Normandiebrücke nach Le Havre, machen dort nur kurz Station. Irgendwie erinnert mich die Stadt an die DDR. Wie sagte eine Freundin, als ich ihr als erzählte? Reutershagen 2! und wir lachen. Gewisse Ähnlichkeit ist durchaus vorhanden. Die Stadt war zu 80 % zerstört und wurde neu aufgebaut.

Dieser Teil der Normandie, die Alabasterküste, begeisterte mich sehr. Der Name kommt von den vielen Kalkfelsen und dem milchigen Wasser zwischen Le Havre und Le Tréport. Die beeindruckenden Falaise d‘ Aval in Etratat schauten wir uns am frühen Abend im diffusen Licht an. Sehr, sehr schön! Der eine Felsen sieht aus wie ein Elefant, der seine Rüssel ins Meer taucht.

Am nächsten Tag im Sonnenschein haben die Felsen nichts an Faszination verloren. Die letzten zwei Tage sind wir an diesem Küstenabschnitt unterwegs, machen Stopp, wo es schön ist (wo wars eigentlich nicht schön?) genießen die Natur, den Strand und die französische Küche. Besonders gut gefiel uns Yborg, ein kleines pittoreskes Dorf, wo es die ultimativ besten Muscheln gab.

Das Ende der Reise naht und mit ihr unsere letzte Unterkunft.

Das B&B ist ein Haus wie aus dem Film PSYCHO und ich werde das Gefühl nicht los, dass sich gleich die Tür öffnet und Norman Bates herauskommt.

Nein, natürlich nicht Norman, sondern Bill öffnet die Tür, der so aussieht, wie ich mir einen Lebemann oder Lord vorstelle. Ein grosser, eleganter, etwas romantisch aussehender Mann mit einem Hauch Müdigkeit im Gesicht. Er wirkt intelligent, sein Haar ist spröde und unordentlich, die Kleidung nicht übermässig gepflegt.

Er spricht drei Sprachen und schon im Eingangsbereich erfahren wir, dass er in Wien studiert hat. Wie alt kann er sein? Die besten Jahre hat er hinter sich, keine Frage und der Zahn der Zeit hat tüchtig an ihm genagt. Nun geniesst er die guten Jahre, die noch kommen. Später stellt sich heraus , dass er der Vater des Hausbesitzers ist. Dieser kaufte das kleine Jagdschloss Ende der 90iger Jahre und seitdem renoviert er es.

Der verlorene Charme der Bourgeoisie – hier findet man ihn und muss ihn mögen, muss die leichte Unsauberkeit, das abgenutzte Mobiliar und den Geruch nach kaltem Rauch mögen.

Eigentlich hätten wir gleich umkehren sollen, aber der zauberhafte Garten im gleissendem Sonnenlicht hält uns zurück.

Wir schlafen gut und die Erzählungen von Vater/Sohn sind amüsant. Das gebuchte Zimmer, das er uns zeigt, hat viel Plüsch und Teppiche und ich merke, wie ich verkrampfe. Sind die kleinen Tierchen hier auch Zuhause?

Wir bekommen auf unsere Bitte hin ein anderes Zimmer, viel kleiner, wenig Mobiliar. Egal! Kein Plüsch, mehr zählt nicht.

Im Bad muss ich an etwas sehr Schönes denken, mich voll darauf konzentrieren, um den Zustand nicht wahrzunehmen.

Der Schmutz und seine Cousine, das Abgewohnte, hier haben sie ein charmantes Zuhause.

Der Frühstückstisch im Salon ist für 12 Personen gedeckt. Sollte es hier soviele Gäste geben? Nein, nur drei Personen sitzen morgens am Tisch.

Am nächsten Tag bin ich ein Jahr älter.

Gibt es Veränderungen? Nicht unbedingt.

Ich hätte mich -vielleicht- informieren sollen, dass die Haut schlaff und faltig wird, dass das Gesetz der Schwerkraft stärker wirkt, nun unumkehrbar, dass die Augen immer mehr zu Schlitzen mutieren.

Jetzt, in diesem Lebensabschnitt entscheide ich mehr denn je, was und wie ich leben will. Das ist ein Vorteil vom Alt-Sein.

Und, wenn ich ehrlich bin, ich hatte in jedem Alter an mir etwas auszusetzen, mal zu wenig Busen, nun zuviel, Bauch war früher eine Kuhle, heute ist er dominant. Klagen über Zipperlein machen das Leben unnötig schwer. Natürlich gibt es Einschränkungen, das Knie mault, Lesen ohne Brille geht gar nicht mehr, aber werde ich gefragt, geht es mir gut.

Ich denke, Akzeptanz ist das wichtigste und die gelingt im Alter immer besser. Mir klarzumachen, was ich wirklich will, das ist für die Zeit, die bleibt, das Wichtigste.

Ich fühle mich gut, sehr gut sogar.

An diesem besonderen Tage esse ich die ganz grosse Fischplatte und stelle fest, Schnecken aus dem Meer sind so gar nicht mein Ding. Und wenn ich ehrlich bin, auch Cidre nicht. Ich mochte noch nie Apfelsaft! Austern dagegen können öfter auf dem Speiseplan stehen. Am Abend ein Glas Wein im Garten bei untergehender Sonne und dann ist auch dieser Tag vorüber.

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Zwei Dörfer stehen für den letzten Tag auf dem Plan und beide sind sehr schön. Ich finde tatsächlich einen Hühnergott. Mehr Glück geht nicht. Wir steigen an einem Strandabschnitt 232 Stufen hinunter zum Wasser, später wieder hinauf.

Die Küsten und auch die Orte sind sehr sauber. Wir sehen keinen angespülten Müll. Die Kalkfelsen sind sehr fest, keine abbröckelndes Gestein. Im Wasser liegen grosse Steine mit kleinen Höhlen, in denen sich Krebse aufhalten.

Irgendwie erinnert mich die ganze Atmosphäre an frühere Zeiten, an Dörfer, wo nicht viel passierte, zumindest nach aussen hin. Es ist ein diffuses Wohlgefühl, das mich die ganze Reise begleitet. Als ich mit Michael darüber spreche, erzählt er von ähnlichen Empfindungen.

Am späten Nachmittag wird der Himmel dunkel und wir flüchten in ein Lokal, dass uns der „Lord“ empfohlen hat. Sehr einfach und sehr urig! Die junge Wirtin versteht nur französisch und mittels Handy mache ich mich verständlich, sage, dass wir alles essen und uns auf ihren Geschmack verlassen. Sie bringt Cidre als Getränk und Pommes, grünen Salat und eine dicke Scheibe geselchten Schweinebauch! Wir schauen beide überrascht auf den Teller, kosten und stellen fest: ungewöhnlich, aber schmackhaft!

Der Himmel ist inzwischen schwarz und ein Gewitter bricht los. Also ein zweites Glas für mich und einen süssen Nachtisch für Michael.

Am nächsten Tag starten wir gen Warnemünde, machen nochmals in Venlo Station und sagen beide:

Es war sehr schön!

Sehnsüchte

Es gibt Tage, da tauchen Gelüste oder Sehnsüchte auf. Wie aus dem Nichts! Es entsteht ein »Hieper« auf etwas und die Gedanken kreisen nur noch darum, wie man ihn verwirklichen kann. Kennt ihr das auch?

Gestern hatte ich so einen Tag.

Der Wetterbericht sagte wieder Regen voraus, wieder nix mit Frühling. Ich aber wollte Sonne, sofort und diese möglichst in Kombination mit dem Fahrtwind beim Radfahren.

Am frühen Vormittag schien tatsächlich die Sonne und wir fuhren mit dem Fahrrad Richtung IGA-Park in Schmarl. In der Zeitung hatte ich gelesen, dass der Park für Fahrräder und Hunde freigegeben wurde, Eintritt weggefallen ist und sich die Besucherzahl dadurch drastisch erhöht habe.

Der Park ist ziemlich groß und die Wege sind weitläufig. Es machte richtig Spaß, durch den Park zu radeln.

Die Sonne verschwand recht schnell und von warmer Frühlingsluft waren wir weit entfernt. Egal! Einige Bäume zeigten schon grüne Blattspitzen, Krokusse blühten.

Wir fuhren den Weg Richtung Traditionsschiff.

Es waren nur wenige Leute unterwegs.

Sollten meine Gelüste nach Sonne, Rad und frischer Luft abartig sein?

Links vom Schiff befindet sich eine kleine Bootswerft. Michael verschwand sofort dahin und ward nicht mehr gesehen.

Ich schlenderte am Kai entlang, fotografierte und war dann doch neugierig auf die Bootswerft. Dort fand ich den Gatten im Gespräch mit einem Bootsbauern. Ich registrierte für mich, dass er attraktiv und äußerst sympathisch war, was meine Fantasie und Redelust aktivierte.

Vom Bootsbau verstehe ich so gut wie nichts und musste deshalb viel fragen. Auf jede Frage bekam ich eine ausführliche, von einem Lächeln untermauerte Antwort. Uwe Ahlgrimm liebt das Segeln, war jahrelang aktiv in dieser Sportart. Man muss es mögen, das Wasser, den Wind und oftmals die Kälte.

Die Bootswerft auf dem IGA-Gelände untersteht dem Schiffahrtsmuseum Rostock und die Jolle, die hier nachgebaut wird, ist ein historisches Boot. 2017 begannen die Arbeiten, die sich noch eine Weile hinziehen werden.

Das Projekt wird vom Förderkreis des Museums unterstützt und ist auf Spendengelder angewiesen. Immerhin kamen schon 30T€ zusammen.

»Und was gebt ihr Beide?«, fragte Uwe. Ich hatte -wie so oft- gar kein Geld mit und Michael tat, als hörte er nichts. Wir brachen in Gelächter aus und beteuerten, dass es das Erste sei, was wir nachher machen, Geld überweisen!

Uwe erklärte uns die einzelnen Schritte, die zum derzeitigen Stand der Fertigung der Jolle geführt haben. In der Werkstatt hängen historische Fotos, die zeigen, wie das fertige Boot aussehen wird.

Diese Boote wurden früher von den Warnemünder Fischern für die Fischerei und Transport von Sand zum Hafen nach Rostock benutzt. Den Sand benötigte man als Ballast für die Segelschiffe. Mit Einsetzen der Motorisierung kamen die Schiffe für Lustfahrten auf See zum Einsatz. Von den Warnemünder Jollen hat kein Schiff die Zeit überstanden. Der Nachbau gestaltet sich schwierig, da es wenige Unterlagen gibt.

Er zeigte und erklärte die noch funktionierende Schmiede und auch, wo das Holz »gekocht« wird, damit man es biegen kann. Letzteres findet viel Anklang, wenn Schulklassen zur Besichtigung kommen. Wenn die Kinder aus einem Nagel einen Anhänger schmieden dürfen, sind sie begeistert. Ich übrigens auch.

Schmiede

Anlage zum Kochen des Holzes

Man merkt Uwe die Begeisterung für seine Arbeit an.

»Wer hat noch so einen schönen Ausblick, wenn er auf Arbeit ist?«, fragt er lachend und zeigt auf die Warnow. In der Ferne sieht man den Überseehafen und wie zur Bestätigung schippert die Fähre nach Finnland vorbei. Er freut sich auf die künftigen Fahrten nach dem Stapellauf der Jolle. Aber noch ist es nur ein Traum.

Es ist immer schön, wenn man Menschen trifft, die so begeistert von ihrer Arbeit sprechen. Arbeit? Es ist zu einem hohen Anteil Hobby und das macht den Unterschied zur normalen Arbeit. Beneidenswert!

Zurück in Warnemünde regnete es. A b e r die Hoffnung auf Sonne stirbt zuletzt.

Nächste Woche ist Frühlingsanfang👍 und dann solltet ihr in den IGA-Park fahren und Uwes Jolle anschauen.

Es lohnt sich!

PS. Für jedes Bedürfnis ist gesorgt …

Wie entsteht die Wettervorhersage?

Wenn ich im Januar aus dem Fenster schaue, dann erscheint die Welt trist. Es ist oft neblig und diesig. Schneefall? Eher nicht, dazu wohnen wir nicht nördlich und auch nicht südlich genug. Mittendrin also, dort, wo es nicht richtig kalt wird und ich frage mich:

Wer ist eigentlich für das Wetter verantwortlich?

Der liebe Gott? Eher nicht.

Ich denke, das finde ich nicht so einfach heraus oder aber ich müsste mich auf die wissenschaftliche Ebene begeben. Könnte schwierig werden.

Aber wie eine Vorhersage entsteht, das könnte ich herausfinden und zwar mit Sabines Hilfe.

Wenn wir uns treffen, gibt sie Auskunft, was uns die nächsten Tage erwartet, ob es sich lohnt, den Grill anzuwerfen oder ob wir besser zuhause bleiben.

Sie ist unsere ‚Wettervorhersagerin‘.

Als technische Assistentin für Meteorologie war sie jahrelang Wetterbeobachterin und Leiterin der Wetterwarte Warnemünde. Seit immerhin 33 Jahren ist sie in ihrem Beruf tätig. Immer wieder betont sie mit leuchtenden Augen, es sei ihr Traumberuf und sie würde ihn immer wieder wählen.

Sie ist also die absolut richtige Ansprechpartnerin für mich.

Die Wetterwarte gehört für mich zu Warnemünde wie der Leuchtturm. Wenn wir im Sommer zum Strand fahren, werfen wir vorher und nachher einen Blick auf die angegebenen Wasser- und Lufttemperaturen. Die gefühlten Temperaturen unterscheiden sich von den angegebenen. Zu Saisonbeginn sind 15 Grad Wasserwärme WARM, während Mitte Juli diese Temperatur als KALT empfunden wird.

Diese Anzeige könnte aber im Rahmen der Automatisierungen bald vorbei, meinte sie.

Das wiederum wäre ausgesprochen schade!

Wir treffen uns an einem kühlen Tag im Januar vor der Wetterwarte.

Als erstes werfen wir einen Blick auf die Erfassung der Daten. Es ist kalt, der Boden ist teils mit Schnee (tatsächlich 0,5 cm!) bedeckt, als wir das Dünenmessfeld, übrigens das einzige in Deutschland, betreten. Sabine erklärt uns die einzelnen Messgeräte, die früher jede Stunde abgelesen wurden. Inzwischen werden die Daten elektronisch übermittelt. Gleichzeitig gibt sie einen Einblick in die Geschichte der Wetterwarte.

Parallel zu den jahrzehntelangen Wetteraufzeichnungen am Standort Rostock gehen die Anfänge in Warnemünde bis ins Jahr 1841 mit ersten sporadischen Windbeobachtungen zurück. Seit 1850 wurden vom jeweiligen wachhabenden Lotsen die Sichtweite, Wolken, Wind, Eisverhältnisse sowie die Temperatur und der Luftdruck für die Deutsche Seewarte Hamburg festgestellt. Vom Lotsenkommandeur St. Jantzen wurden 1877 erstmals Beobachtungen veröffentlicht.

Später befand sich auf dem Flugplatz Warnemünde- Markgrafenheide eine mit Fachmeteorologen besetzte Wetterwarte, die zum 1.1.1939 zu Wetterwarte umbenannt wurde.

Im Februar 1945 wurde der Beobachtungsdienst nach Bombardierung des Flugplatzes eingestellt.

Am 01.05.1946 wurde die Station in der Seestrasse eröffnet, wo sie heute noch ist. Die Ausrüstungen wurden und werden ständig verbessert.

Am 19.09.1990 begann die Automatisierung der Wetterbeobachtung in Warnemünde. Damit wurden die Erdbodentemperaturen 5 bis 100 cm und die Temperatur 5 cm über dem Erdboden nicht mehr im Dünenfeld sondern auf dem Hochmessfeld im Hof der Wetterwarte gemessen. Grund dafür waren häufige Zerstörungen auf dem Dünenmessfeld wie Sandverwehungen. Interessant war die Zeit, als die Stranddiestel unter Naturschutz gestellt wurde. Da war es nicht mehr so einfach, die Pflanzen zu entfernen.

Im Zuge der Wiedervereinigung trat der Meteorologische Dienst am 3.10.1990 dem Deutschen Wetterdienst bei und die Wetterstation Rostock-Warnemünde wurde in das gesamtdeutsche Messnetz integriert.

Am 01.07.2005 wurde die Wetterstation in Wetterwarte Rostock-Warnemünde umbenannt.

Während in früheren Jahren mehrere Mitarbeiter für Datenerfassung verantwortlich waren, sind es heute noch drei, die hauptsächlich Organisationsaufgaben erledigen.

Die Daten, die hier und heute erfasst werden, gehen in nationalen und internationalen Austausch der Weltorganisation für Meteorologie ein.

Früher war die Hauptaufgabe von Sabine, das Wetter zu beobachten. Die Messfelder wurden jede Stunde kontrolliert und die Daten aufgeschrieben. 24h! Fünf Minuten wurden Daten abgelesen und aufgeschrieben. Nachts und im Winter konnten fünf Minuten ganz schön lang werden! Daraus entstand die Wettervorhersage und ergab auch die Anzeige vor der Wetterwarte.

Wie lange kann man eigentlich das Wetter vorhersagen? Das interessiert mich schon lange.

Es ist nunmehr möglich, für jeden Ort eine fundierte Vorhersage für drei Tage zu geben. Aber auch das nicht 100%ig, da es immer Unsicherheitsfaktoren wie zum Beispiel plötzlich auftretender Seenebel oder aber Seewinde geben kann. Ich erinnere mich, dass es im Hochsommer in Rostock heiß war und wenn ich mit der S-Bahn nach Warnemünde kam, war es zehn Grad kälter und total neblig!

Die Reverenzreihe, die für Vergleiche der Jahrestemperturen genutzt wird, ist auf 1960-1990 festgelegt. Dadurch konnte der Anstieg der Jahresmitteltemperatur nachgewiesen werden und auch, dass das Wetter nicht allein für die Klimaveränderung verantwortlich ist.

Man merkt es Sabine an, wie begeistert sie ihren Beruf ausübt. Die stündlichen Abmessungen früher waren anstrengend, aber auch schön. Wer kann schon von sich sagen, alle Wolkenarten, Nordlichter und aufkommende Gewitter en Detail und zu jeder Tages-und Nachtzeit gesehen zu haben?

Ein wenig entschädigt heute der Blick aus dem Fenster der Wetterwarte direkt auf die Ostsee und auf die ein- und auslaufenden Schiffe.

Und wenn es im Sommer so richtig heiss ist, kann sie schnell in der Ostsee abtauchen. Wer kann das schon?

Danke, Sabine, für deine Informationen/Erklärungen und weiterhin viel Freude bei der Arbeit.

2019

Nun ist es schon drei Tage alt, das neue Jahr, das stürmisch kam. Schon in der Silvesternacht gab es starken Wind mit Böen. Wir begrüßten das neue Jahr am Strand und erfreuten uns am Feuerwerk.

Am nächsten Tag wurde der Wind immer stärker und die Veranstalter des Events „Leuchtturm in Flammen“ sagten alles wegen Orkanböen und Sturmwarnung ab. Für das Feuerwerk wurden zehntausende Zuschauer erwartet. Schade, aber die Sicherheit ging vor.

Am nächsten Tag hatte uns das Sturmtief „Zeetje“ voll im Griff! Mecklenburg erlebte eines der schwersten Hochwasser der letzten Jahre. In Warnemünde wurde mit 1,67 Meter über Normal der höchste Pegelstand seit 1954 gemessen. Die Fährverbindungen wurden eingestellt. An den Stränden schlugen Wellen über Strände und Kaikanten.

Ein Naturschauspiel der besonderen Art! Da ich an dem Tage einen Termin in Rostock hatte, kam ich erst am späten Nachmittag nach Warnemünde und lief sofort an den Alten Strom und Strand. Der Wind wehte mich fast um. Der Strom schwappte auf den Fußweg, die Mole wurde von den Wassermassen überspült. Am Strand stand die Rutsche für die Kinder im Wasser. Überall war der Sand zu kleinen Hügeln aufgetürmt.

„Morgen ist alles vorbei und das Wasser wieder weg“, hörte ich eine Stimme sagen und konnte es gar nicht glauben.

So kam es auch. Am dritten Tag war der Alte Strom wieder trocken, Leute tranken Kaffee vor den Cafés und die Mole war voller Menschen. Von der Rutsche fielen die Kinder wieder in den Sand. Das Meer hatte sich zurückgezogen.

Da hat das Jahr 2019 einen rasanten Start hingelegt und ich bin gespannt, was es noch für Überraschungen geben wird.

Wie habt ihr den Jahreswechsel erlebt?

Neues Jahr

Mit diesen Impressionen von einem Spaziergang am Strand und durch den Küstenwald verabschiede ich mich vom Jahr 2018 und sage DANKE für euren Besuch und auch Beiträge auf meinem Blog.

Ich wünsche uns allen ein friedvolles, neues Jahr, das uns Gesundheit bringen und diese erhalten möge, uns überrascht, Neues erleben und Altes vertiefen lässt. Kurz gesagt:

Viel Glück im neuen Jahr!

Knecht Ruprecht

Heute las ich in der Zeitung, dass Knecht Ruprecht nicht mehr zeitgemäß sei. Er passe nicht mehr in das Bild der heutigen Kindererziehung.

Das stimmt. Schon wenn man sieht, mit was für rückschrittlichen Verkehrsmitteln er unterwegs ist. Schlimm! Er kann einfach nicht mithalten, wenn die Kinder mit SUVs zur Schule bzw. ihren Aktivitäten gefahren werden. Er prangert Ungezogenheiten an, verlangt Besserung bei Verfehlungen und will erst dann seine Gaben verteilen. Das geht wirklich gar nicht mehr! Seine Begünstigten sind Kinder oder sollen es sein. Aber immer wieder hört man, dass er auch Erwachsene beglückt. Macht er das aus lauter Freude? Ich nehme es einfach mal an.

Der Nikolaustag hat für mich keine große Bedeutung. Die Enkel werden schon einige Zeit vorher per Post beglückt. Rückmeldungen kommen nicht. Warum sollten sie das bei mir tun? Die kleinen Geschenke kommen ja von IHM, dem grossen Unbekannten, den noch keiner sah.

Er ist ein Nachtmensch. Als ich gestern morgen hektisch die braune Tonne vor die Tür fuhr, sah ich beim Hinauslaufen das viereckige Päckchen in meinem Schuh. Oho! Sollte der Nachtknabe Ruprecht bei mir gewesen sein? Hatte ich das verdient?

Viereckiges Päckchen bedeutet Buch oder Pralinen. Gut, erst einmal die Tonne raus. Keine einzige Tonne auf der Strasse? Also in der Woche geirrt, Kommando zurück, Tonne wieder in den Garten.

Frühstück oder erst Päckchen aufmachen?

Ich bin ja schon groß und kann mich beherrschen. Kaffee ist schnell gemacht. Das Päckchen liegt vor mir. Ich weiss gar nicht, was grösser ist, die Neugier oder die Freude? Das Papier ist schnell aufgerissen. Ein Buch!

Als ich den Titel und den Untertitel lese, merke ich, wie sich die Freude in ein undefinierbares Gefühl verwandelt:

„Kochbuch für die kleine alte Frau“ von Sybil Gräfin Schönfeldt, ein Buch für all jene, die allein leben, aber eine selbstgekochte Mahlzeit lieben.

Könnte es sein, dass sich der Knabe geirrt hat? Ist er selber alt? Oder sollte es ein Hinweis darauf sein, dass sich mein Leben demnächst ändern könnte? Ich grüble und merke, wie sich meine gute Laune verflüchtigt.

Was stört mich am meisten? Die Wörter ‚alte Frau‘ – etwas schon. Klar bin ich alt, mache daraus keinen Hehl und habe damit kein Problem. Das Wort ‚klein‘ relativiert es, macht es etwas sympathischer. Trotzdem! Kochen mag ich gern, stimmt, allerdings so gut wie nie für eine Person.

Der mir Angetraute kommt die Treppe herunter und fragt:“Und?“

Ich gebe zu, dass ich mich nicht so ganz gut unter Kontrolle hatte und die Worte (ich wiederhole sie nicht!) die ich im Affekt über Knecht Ruprechts Geschenkidee äusserte, nicht sehr nett waren. Es war eine schöne Geste. Ich vermute aber, Knecht Ruprecht wird künftig nicht mehr mit einem Geschenk zu mir kommen.

Aber da es sowieso nicht mehr zeitgemäß ist, werde ich es nicht vermissen.

Fotoausstellung

Die Digitalisierung hat unsere Welt verändert und ganz besonders die Fotowelt.

In meiner Kindheit gab es die Pouva Start, hergestellt in Freital bei Dresden. Es wurde ein Film eingelegt und fotografiert. Der Film wurde zur Entwicklung gebracht und dann begann das Warten. Verwackelt oder Bilder gut geworden? Das Format war klein, ich glaube 6×6 und die Bilder in schwarz/weiss. Es waren aufregende Momente, wenn man die Bilder anschaute. Manchmal war wenig darauf zu erkennen, trotzdem waren es schöne Moment. Wir wissen, wie rasant die Foto-Entwicklung weiterging.

Die meisten fotografieren heute digital. Ich selber, z.B.,fotografiere fast nur noch mit meinem Handy.

Mein Mann ist anders als die meisten!

Er fotografiert nach wie vor analog und „knipst“ nicht einfach „drauflos“ wie beispielsweise ich.

Das Motiv wird genau ausgewählt, anvisiert und erst dann abgedrückt. Ein Film bei ihm hat 36 Bilder und er benutzt Diafilme. Da ist es ärgerlich, wenn er nach Entwicklung der Filme feststellt, dass das Motiv schlecht ausgewählt wurde.

Es ist für ihn immer ein aufregender Moment, wenn er seine „Tüten“ in der Drogerie in Empfang nimmt und Zuhause die Dias auf dem Leuchttisch anschaut. Schön ist es, wenn einige mit ausgewählten Motiven wie zufällig aufgenommen erscheinen. Die Dias stellt er oft zu einer Dia-Show zusammen, die im Freundeskreis gezeigt wird. In letzter Zeit gestaltet er eigene Fotoausstellungen, was immer aufregend ist, viel Arbeit macht und trotzdem Freude bereitet. Einfach Hobby!

Seit dem 8. November ist seine Ausstellung ‚Cote d’Azur‘ in Bad Doberan zu sehen.

Die Bilder entstanden während einer Fotoreise durch Südfrankreich.

Ich finde sie sehr gelungen.